Osteoporose

Definition

Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine mikroarchitektonische Verschlechterung des Knochengewebes charakterisiert ist, mit einem konsekutiven Anstieg der Knochenfragilität und der Neigung zu Frakturen. Sind bereits eine oder mehrere Frakturen als Folge der Osteoporose aufgetreten, liegt eine manifeste Osteoporose vor.

Die klinische Bedeutung der Osteoporose liegt im Auftreten von Knochenbrüchen und deren Folgen. Die klinische Diagnose einer Osteoporose stützt sich derzeit weitgehend auf eine niedrige Knochendichte (BMD) als einer essenziellen diagnostischen Komponente der Osteoporose. Neben einer niedrigen Knochendichte tragen mikroarchitektonische Verschlechterungen, die zum Teil indirekt über klinische Risikofaktoren erfasst werden können, und extraossäre Faktoren (z. B. Stürze), wesentlich zu der vermehrten Knochenfragilität bei einer Osteoporose bei.

Prävalenz, Inzidenz & Klinik

Die Prävalenz einer Osteoporose auf der Grundlage der WHO-Definition einer erniedrigten Knochendichtemessung (DXA T-Wert ≤ –2,5) liegt bei postmenopausalen Frauen bei etwa 7 % im Alter von 55 Jahren. Sie steigt auf 19 % im Alter von 80 Jahren an. In Österreich sind somit mehr als 700.000 Frauen und Männer an Osteoporose erkrankt. Für Männer, prämenopausale Frauen und Patienten mit einer sekundären Osteoporose liegen für den deutschen Sprachraum keine ausreichenden Angaben vor, die Dunkelziffer scheint jedoch hoch zu sein.

Die Inzidenz von Wirbelkörperfrakturen und nicht-vertebrale Frakturen nimmt mit dem Lebensalter exponentiell zu. Die nicht-vertebralen Frakturen sind überwiegend sturzbedingt. Die Wirbelkörperbrüche treten z. T. unter Alltagstätigkeiten auf. Sie sind bei älteren Personen, insbesondere bei Männern, aber ebenfalls oft sturzbedingt.

Osteoporose-assoziierte Frakturen führen bei Frauen und Männern zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Diese ist im ersten Jahr nach der Fraktur am stärksten ausgeprägt. Folgen der Frakturen sind akute und chronische Schmerzen, funktionelle Einschränkungen und eine Zunahme von Refluxbeschwerden.

Rezente Studien konnten zeigen, dass periphere Frakturen, Wirbelkörperfrakturen und Hüftfrakturen bei Frauen und Männern mit einer erhöhten Mortalität verbunden sind. Der Mortalitätsanstieg ist im ersten Jahr nach der Fraktur am höchsten.